Etsy vs Shopify Vergleich Beitragsbild

Online Shop eröffnen: Etsy vs. Shopify – was lohnt sich wirklich?

Du willst online verkaufen und stehst vor der alles entscheidenden Frage: Etsy oder ein eigener Shopify-Shop? Fast jede Frau, die den Schritt in den digitalen Handel wagt, stellt sich diese Frage und bekommt meist zehn verschiedene Antworten. Ich gebe dir heute keine theoretische Analyse, sondern meine ehrliche Einschätzung, die auf echter Praxis basiert.

Ich selbst betreibe zwei erfolgreiche Shopify-Shops. Zusätzlich nutze ich Etsy und Kasuwa, um verschiedene Marktplätze zu testen. Nach gründlicher Abwägung ist Shopify mein absoluter Favorit, während ich Etsy heute primär für den allerersten Einstieg empfehlen würde.

Dass ich mich für Shopify entschieden habe, heißt nicht, dass Etsy grundsätzlich falsch ist. Es bedeutet, dass Shopify besser zu meinen Zielen passt. Was du willst, könnte anders sein. Deshalb beleuchte ich beide Plattformen für dich absolut fair und aus der Perspektive einer Unternehmerin und Mutter.

In diesem Artikel lernst du:

  • Was Etsy und Shopify grundlegend unterscheidet (Marktplatz vs. eigener Laden).
  • Die echten Vor- und Nachteile, die du in keinem Werbeprospekt liest.
  • Warum Etsy ein super Sprungbrett ist, aber Shopify dein wahres Zuhause wird.
  • Wie du als Mutter die Entscheidung triffst, die zu deiner Zeit und deinen Zielen passt.

Mein Fazit vorab

Etsy ist fantastisch, um die ersten Schritte zu gehen und ohne Marketing-Budget gesehen zu werden. Sobald das Business aber wächst, ist Shopify* der Weg in die echte Unabhängigkeit. In meiner Strategie läuft Etsy heute nur noch „nebenbei“ ohne großen Aufwand mit. Das Herzstück meines Business ist und bleibt mein eigener Shop.

Marketplace vs. eigener Shop: Der grundlegende Unterschied

Bevor wir in die Details gehen, musst du den entscheidenden Unterschied zwischen diesen beiden Welten verstehen. Er klingt simpel, bestimmt aber langfristig darüber, wie viel Kontrolle du über dein Business wirklich hast.

Etsy ist ein Marktplatz (wie ein Stand in einer Markthalle)

Etsy ist eine gigantische Plattform, auf der du eine von Millionen Anbieterinnen bist. Der größte Vorteil: Die Kunden sind schon da. Aber sie kaufen „auf Etsy“ – nicht zwingend bei dir.

  • Das Branding gehört Etsy: Das Design ist vorgegeben, die Regeln sind starr.
  • Die Kundenbeziehung: Wenn jemand ein Produkt bei dir bestellt, ist es für den Käufer ein „Etsy-Kauf“. Die Bindung zu deiner Marke bleibt minimal, da Etsy sich zwischen dich und deine Kunden stellt.

Shopify ist ein Shop-System (dein eigenes Ladenlokal)

Shopify ist kein Marktplatz, sondern ein Werkzeugkasten, mit dem du dein eigenes, komplett unabhängiges Geschäft aufbaust. Du hast eine eigene Domain (z. B. deinshop.de), dein eigenes Branding und bestimmst jede Regel selbst.

  • Du baust deine Marke auf: Jeder Klick auf deine Seite zahlt auf dein Konto ein, nicht auf das eines Großkonzerns.
  • Direkte Kundenbindung: Du besitzt die Kundendaten (E-Mail-Adressen!), was für Marketing und Wiederkäufe essenziell ist.

Die Konsequenz für dein Business: Wer wächst hier eigentlich?

Das klingt im ersten Moment vielleicht abstrakt, ist aber im Alltag extrem konkret:

Auf Etsy baut Etsy eine Marke auf. Auf Shopify baust du DEINE Marke auf.

Jeder Euro, den du in Werbung für einen Etsy-Shop steckst, stärkt letztlich das Ökosystem von Etsy. Ein Etsy-Shop kann hervorragend laufen, aber du bleibst immer Mieterin auf fremdem Grund. Auf Shopify bist du die Eigentümerin. Das hat massive Auswirkungen auf:

Den Wert deines Unternehmens: Ein eigener Shop mit eigenem Kundenstamm ist langfristig viel mehr wert als ein Account auf einer fremden Plattform.

Die Wiederkaufrate: Auf Shopify kannst du Kunden gezielt per Newsletter zurückholen.

KriteriumEtsyShopify
Wer bringt Traffic?Etsy – Millionen Käufer eingebautDu selbst – nachhaltig aufgebaut
Eigene MarkeKaum möglich – du bist ein Shop unter MillionenVollständig – dein Design, deine Domain, dein Branding
KundendatenGehören Etsy – kein direkter Kontakt möglichGehören dir – E-Mail-Liste aufbaubar
AbhängigkeitHoch – Etsy kann sperren, Gebühren erhöhenGering – du kontrollierst alles
Kosten0,20 $ Einstellgebühr | 6,5 % Transaktionsgebühr | 4 % + 0,30 € Zahlungsgebühren | ggf. 12-15 % Offsite Ads für jeden Verkauf25-36 €/Monat je nach Zahlweise | Zahlungsgebühren bei Shopify Payments 2,1 % + 0,30 € pro Verkauf
EinstiegshürdeSehr niedrig – in 1–2 Stunden liveMittel – Setup dauert 1–3 Tage
SkalierbarkeitBegrenztSehr hoch

Etsy: Der Marktplatz-Gigant für den schnellen Start

Etsy ist seit 2005 die weltweite Anlaufstelle für Handgemachtes, Vintage-Schätze und auch digitale Produkte. Mit über 90 Millionen aktiven Käuferinnen und Käufern bietet die Plattform ein gigantisches Ökosystem. Der Clou: Du musst die Kunden nicht suchen, sie sind schon da und suchen nach dir.

Der Turbo-Einstieg

Die Hürden könnten kaum niedriger sein. In ein bis zwei Stunden ist dein Shop theoretisch verkaufsbereit. Besonders für digitale Downloads (Printables, Canva-Vorlagen, Planer) ist Etsy eine „Set-and-Forget“-Maschine: Der Kunde kauft, Etsy liefert den Download-Link automatisch aus, und du verbuchst die Einnahme – komplett passiv.

Die ehrlichen Vorteile

  • Eingebauter Traffic: Du profitierst von Millionen Suchanfragen täglich, ohne einen Cent für eigenes Marketing ausgeben zu müssen.
  • Geliehenes Vertrauen: Kunden vertrauen der Marke Etsy. Dieses Vertrauen überträgt sich auf deinen neuen Shop, was gerade die ersten Verkäufe extrem erleichtert.
  • Minimales Risiko: Keine monatlichen Fixkosten. Du zahlst lediglich 0,20 $ Einstellgebühr pro Artikel. Erst wenn du verkaufst, fallen nennenswerte Gebühren an.
  • Technik-Freiheit: Du brauchst kein Hosting, kein Design-Studium und keine IT-Kenntnisse.

Die ehrlichen Nachteile

  • Die Margen-Falle: Etsy möchte mitverdienen und erhebt eine Menge Gebühren. Bei jedem Verkauf werden 6,5 % Transaktionsgebühr, 4 % + 0,30 € Zahlungsgebühren und ggf. 12-15 % Offsite Ads Gebühren fällig. Dazu kommen 0,20 $ Einstellgebühr pro Artikel. Diese werden fällig, sobald du den Artikel einstellst, sobald er verkauft wird und nach 4 Monaten, falls der Artikel in dieser Zeit nicht verkauft wurde.

    Beispiel: Du verkaufst einen Artikel für 10 €. Davon gehen zuerst 19 % Mehrwertsteuer weg (1,60 €). Für Einstellgebühr, Transaktionsgebühr und Zahlungsgebühr werden 1,44 € fällig. Dabei berechnet Etsy die Gebühren auf den Bruttopreis, das heißt den vollen Verkaufspreis inkl. MwSt. Falls der Verkauf über die Offsite Ads stattgefunden hat, gehen nochmal 2,70 € weg. Bleiben am Ende 6,96 € (ohne Ads) und 5,70 € (mit Ads) übrig.
  • Absolute Abhängigkeit: Etsy ist der Vermieter. Wenn die Plattform ihre Regeln ändert oder deinen Shop (manchmal grundlos) sperrt, ist dein Business von heute auf morgen weg.
  • Marken-Anonymität: Die Leute sagen: „Das hab ich bei Etsy gekauft“, nicht „bei [Dein Name]“. Du bleibst ein austauschbarer Stand in einer riesigen Halle.
  • Datenschutz-Sackgasse: Du bekommst keine E-Mail-Adressen deiner Kunden bzw. siehst du die E-Mail-Adresse deiner Kunden zwar, darfst sie aber nicht einfach so nutzen. So kannst du keine eigene Liste für Newsletter aufbauen. Der wichtigste Hebel für langfristiges Wachstum fehlt.

Für wen ist Etsy die richtige Wahl?

Etsy ist dein perfektes Testlabor, wenn du:

  • …noch nicht sicher bist, ob dein Produkt überhaupt ankommt (geringes Risiko).
  • …keine eigene Reichweite auf Social Media oder einem Blog hast.
  • …digitale Produkte verkaufst und die automatisierte Abwicklung liebst.
  • …Etsy als Sprungbrett nutzt, um den Markt zu verstehen, während du im Hintergrund bereits an deinem eigenen Shopify-Shop arbeitest.

Meine Erfahrung

Etsy ist super zum „Warmlaufen“. Es ist der Ort, an dem du lernst, was Kunden wollen. Aber bleib dort nicht stehen, wenn du ein echtes, skalierbares Unternehmen aufbauen willst.
Tipp: Mit meinem Link* bekommst du 40 gratis Listings für deinen Start.

Shopify: Dein eigenes digitales Ladenlokal

Während Etsy eine Markthalle ist, ist Shopify dein eigenes, freistehendes Geschäft. Seit 2006 ist es die weltweit führende Lösung, um ohne Programmierkenntnisse einen hochprofessionellen Online-Shop auf der eigenen Domain aufzubauen. Shopify kümmert sich um die gesamte Technik – von der sicheren Zahlungsabwicklung bis zu den Servern –, damit du dich voll auf dein Marketing und deine Produkte konzentrieren kannst.

Ich nutze Shopify für beide meiner Shops und habe diese Entscheidung keine Sekunde bereut. Was mich nach Jahren immer noch begeistert: Die Plattform ist absolut stabil und wächst nahtlos mit. Egal ob du 5 oder 500 Produkte verkaufst oder ob du 10 oder 10.000 Bestellungen im Monat abwickelst, Shopify läuft zuverlässig im Hintergrund.

Die ehrlichen Vorteile von Shopify

  • Absolute Unabhängigkeit: Dein Shop gehört dir. Es gibt keinen Plattform-Algorithmus, der über Nacht deine Sichtbarkeit drosselt, und keine willkürlichen Kontosperrungen. Du bist die Chefin.
  • Echte Markenbildung: Mit deiner eigenen Domain und individuellem Design kauft die Kundin bei dir und deiner Marke, nicht „bei einer Plattform“. Das schafft echtes Vertrauen und Wiedererkennungswert.
  • Die Macht der Kundendaten: Das ist der größte Hebel. Bei jedem Kauf erhältst du die E-Mail-Adresse. Diese Daten gehören dir! Du kannst Newsletter schicken (nach vorheriger Einwilligung!), Kunden binden und so den Umsatz pro Kundin massiv steigern.
  • Attraktive Gebührenstruktur: Du zahlst eine monatliche Grundgebühr (bei jährlicher Zahlungsweise nur 25 € pro Monat) und eine geringe Zahlungsgebühr je nach Zahlungsart. Bei Shopify Payments sind das 2,1 % + 0,30 € und bei Paypal 2,49 % + 0,35 €.
  • Grenzenlose Skalierbarkeit: Das System ist darauf ausgelegt, mit dir groß zu werden. Es gibt für jedes Problem eine Lösung.
  • Integriertes Marketing-Kraftpaket: Mit der eingebauten Blog-Funktion kannst du SEO-Content pflegen und über das riesige App-Ökosystem (über 8.000 Apps) Funktionen wie Abos, Upsells oder E-Mail-Automatisierungen kinderleicht nachrüsten.

Die ehrlichen Nachteile von Shopify

  • Kein „Gratis-Traffic“: Im Gegensatz zu Etsy kommen hier keine Besucher von allein. Du musst deinen Traffic selbst generieren, sei es über Pinterest, Instagram, SEO oder bezahlte Werbung.
  • Fixkosten ab Tag 1: Der Basic-Plan kostet aktuell ca. 25–36 € pro Monat (je nach Zahlungsweise). Diese Gebühr fällt auch an, wenn du in einem Monat mal nichts verkaufst.
  • Höherer Setup-Aufwand: Ein professioneller Shop baut sich nicht in zwei Stunden. Rechne mit 1 bis 3 Tagen, um Design, Domain und Rechtstexte sauber zu konfigurieren.

Für wen ist Shopify die richtige Wahl?

Shopify ist dein „Endgegner“ im positiven Sinne und ideal, wenn du:

  • …langfristig eine echte, wertvolle Marke aufbauen willst.
  • …bereits eine Präsenz auf Pinterest, Instagram oder einen Blog hast und Traffic mitbringst.
  • …die volle Kontrolle über deine Kundendaten und die Kundenbeziehung haben willst.
  • …Unabhängigkeit und professionelles Wachstum über den schnellen (aber teuren) Marktplatz-Traffic stellst.

Mein Fazit

Wenn du es ernst meinst mit deinem Online-Business, führt an Shopify kein Weg vorbei. Es ist die Investition in dein eigenes digitales Grundstück, auf dem du bauen kannst, was immer du willst.
Tipp: Du kannst Shopify* für 3 Tage kostenlos testen. Danach zahlst du für die ersten 3 Monate lediglich 1 € pro Monat, bevor du ab dem 4. Monat dann den vollen Preis zahlen musst. In den 3 Monaten hast du genug Zeit, um deinen Shop professionell aufzusetzen und schon die ersten Verkäufe zu generieren.

Kostenvergleich: Was du wirklich zahlst

Viele Einsteigerinnen lassen sich von der fehlenden monatlichen Grundgebühr bei Etsy locken. Es fühlt sich sicher an, besonders wenn man gerade erst startet. Doch es gibt einen Punkt, an dem dieses Modell kippt und dich echtes Geld kostet. Der Unterschied liegt in der Art, wie die Plattformen an dir verdienen: Etsy wächst an jedem deiner Verkäufe mit, während Shopify dir den Rücken für echtes Wachstum freihält.

Das Prinzip der „Erfolgssteuer“ bei Etsy

Etsy ist wie ein Marktplatz-Stand, bei dem du keine feste Miete zahlst, aber bei jedem verkauften Produkt ein ordentliches Stück vom Kuchen abgeben musst. Das Problem: Je erfolgreicher du wirst, desto mehr zahlst du.

  • Variable Kosten: Etsy kombiniert prozentuale Gebühren (6,5 % Transaktion + ca. 4 % Zahlungsverarbeitung) mit fixen Gebühren pro Verkauf (Listing-Gebühr + Fixbetrag bei der Zahlung).
  • Die Margen-Falle: Bei günstigen Produkten fressen die fixen Cent-Beträge deinen Gewinn auf. Bei hochpreisigen Produkten wird die prozentuale Summe, die du an Etsy abtrittst, mit jedem Verkauf schmerzhafter.
Gebühren Abrechnung Etsy

In einem meiner Shops verkaufe ich digitale Produkte für 3-10 €. Hier siehst du, wie viele Gebühren ich dafür zahlen darf. Das sind rund 30 % und das Monat für Monat. Da wirkt Shopify doch gleich richtig günstig, oder?!

Shopify: Deine eigene Infrastruktur mit Kostendeckel

Shopify funktioniert wie ein eigenes Ladenlokal. Du zahlst eine monatliche „Miete“ (die Grundgebühr), darfst dafür aber (fast) den gesamten Umsatz behalten.

  • Planbarkeit: Deine Fixkosten bleiben stabil, egal ob du 10 oder 1.000 Produkte verkaufst.
  • Skalierbarkeit: Ab einem gewissen Umsatzvolumen überholt die Ersparnis bei den Transaktionsgebühren die monatliche Grundgebühr bei weitem. Du hörst auf, Etsy für deinen Erfolg zu belohnen, und fängst an, deine Marge für dich zu behalten.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für den Wechsel?

Es gibt keine magische Zahl, die für alle gilt, aber eine einfache Faustregel:

  1. Die Testphase (Etsy): Nutze Etsy als Labor. Teste deine Ideen, lerne den Markt kennen und genieße das Null-Risiko-Modell. Es ist der perfekte Ort, um erste Erfahrungen zu sammeln, ohne monatliche Fixkosten im Nacken zu haben.
  2. Die Wachstumsphase (Shopify): Sobald deine Verkäufe regelmäßig reinkommen und du merkst, dass die monatliche Gebührenabrechnung von Etsy höher ausfällt als die Grundgebühr eines eigenen Shops, wird der Wechsel zur rein mathematischen Notwendigkeit.

Mein Fazit

Etsy ist ein wunderbares Sprungbrett, aber Shopify* ist das Fundament für ein echtes Business. Als Mutter im Online-Business ist jeder Euro, den du durch eine kluge Plattform-Wahl sparst, ein Euro, der direkt in deine Freiheit und deine Familie fließt. Baue deine Marke auf eigenem Grund auf, sobald du merkst, dass dein Business „flügge“ wird.

Warum Shopify heute mein sicheres Zuhause ist

Ich habe meine Reise auf Etsy begonnen und rückblickend war das genau der richtige erste Schritt, um überhaupt mal „einen Fuß in die Tür“ zu bekommen. Aber heute ist Shopify meine echte unternehmerische Heimat. Warum? Weil ich irgendwann gemerkt habe, dass ich keine Lust mehr hatte, nur „Mieterin“ auf einer fremden Plattform zu sein.

Auf Etsy bist du immer ein bisschen Gast bei jemand anderem. Wenn dort morgen jemand entscheidet, den Algorithmus zu ändern oder deinen Shop ohne Vorwarnung zu sperren, stehst du vor dem Nichts. Ich wollte aber Unabhängigkeit. Ich wollte meine Kundinnen wirklich kennen, ihnen schreiben dürfen und eine Marke aufbauen, die einen Namen hat und nicht nur einer von Millionen austauschbaren Shops in einer riesigen Suchliste sein.

Das Problem mit den „ungebetenen Gästen“

Ein Punkt hat mich bei Etsy besonders gewurmt: Du gibst dir unfassbare Mühe mit deinen Texten und Fotos, investierst vielleicht sogar Geld in Werbung, um jemanden auf deine Seite zu holen und was macht Etsy? Direkt unter deinem Produkt werden „ähnliche Artikel“ angezeigt.

Das bedeutet: Etsy schaltet Werbung für deine Konkurrenz direkt auf deiner eigenen Verkaufsseite. Wenn die Mitbewerberin dann 50 Cent günstiger ist oder ein bunteres Vorschaubild hat, ist die Kundin weg, bevor sie überhaupt bei dir zu Ende gelesen hat. Man hat dort oft einfach das Nachsehen, weil man die Leute nie „für sich allein“ hat. Auf Shopify ist das anders: Da ist mein Shop mein Wohnzimmer. Wer dort ist, sieht nur meine Welt und meine Produkte. Punkt.

Vom „geliehenen“ zum eigenen Traffic

Ich bin ehrlich: Am Anfang hatte ich wahnsinnigen Respekt davor, dass Shopify keinen „eingebauten“ Traffic hat. Bei Etsy kommen die Leute von allein, bei Shopify musst du sie selbst einladen. Aber genau das war mein größter Wachstumstreiber.

Es hat mich dazu gezwungen, konsequent in meinen eigenen Blog und meine Pinterest-Präsenz zu investieren. Das Ergebnis heute? Dieser Traffic gehört mir. Er ist mein Eigentum. Diese Besucherströme wachsen organisch weiter, egal was Etsy gerade treibt. Selbst wenn ich mal eine Woche komplett offline bin oder ein Kind krank ist, läuft der Strom weiter.

Auf Shopify baue ich auf festem Grund. Es ist nicht mehr das Hoffen auf den Algorithmus eines anderen, sondern das Vertrauen in mein eigenes Fundament.

Wann welche Plattform? Meine Empfehlung je nach Situation

Deine SituationMeine Empfehlung
Du willst heute noch testen – kein BudgetEtsy – kein Risiko, schnelle erste Ergebnisse möglich
Du willst eine echte Marke aufbauenShopify – von Anfang an die richtige Basis
Du hast bereits einen Blog oder PinterestShopify – nutzt den SEO-Traffic optimal
Du willst langfristig skalierenShopify – eindeutig
Du bist noch unsicher ob dein Produkt läuftEtsy zum Testen, dann bei Erfolg zu Shopify wechseln
Du willst beides gleichzeitigMöglich: Etsy für Traffic-Akquise, Shopify als Heimat der Marke

Dein Fahrplan: In 6 Schritten zu deinem eigenen Shopify-Shop

Shopify macht es dir besonders leicht, den ersten Schritt zu gehen. Du kannst das Shopsystem 3 Tage kostenlos testen und zahlst anschließend für die ersten 3 Monate nur 1 € pro Monat. Genug Zeit also, um den Shop in aller Ruhe einzurichten und auf Herz und Nieren zu testen, bevor die regulären Gebühren anfallen.

So startest du dein Business:

  • Schritt 1 – Die Testphase zünden: Registriere dich auf shopify.com*. Für den Start ist oft nicht einmal eine Kreditkarte nötig. Die Grundeinstellungen wie Shopname, Währung und Sprache hast du in etwa einer Stunde erledigt.
  • Schritt 2 – Das passende Design (Theme) wählen: Shopify bietet hervorragende kostenlose Themes, die bereits extrem professionell aussehen. Mein Rat: Starte mit einer Gratis-Vorlage. In ein teures Premium-Theme kannst du später immer noch investieren, wenn die ersten Umsätze fließen. Ich habe mit dem Dawn Theme begonnen.
  • Schritt 3 – Deine eigene Domain: Eine Adresse wie www.deinshop.de strahlt sofort Seriosität aus. Du kannst deine Wunsch-Domain direkt über Shopify kaufen oder eine bestehende externe Domain mit wenigen Klicks verbinden. Ich hoste meine Domains über All-Inkl*.
  • Schritt 4 – Shopify Payments aktivieren: Das ist der „Alles-Könner“. Damit akzeptierst du Kreditkarten, Klarna, Apple Pay und Google Pay. Der große Vorteil: Bei Nutzung von Shopify Payments entfallen die zusätzlichen Transaktionsgebühren pro Verkauf.
  • Schritt 5 – Digitale Produkte anlegen: Für meine Shops nutze ich die automatische Download-Funktion. Du lädst deine Datei (z. B. ein PDF-Workbook) hoch und legst den Preis fest. Sobald eine Kundin kauft, verschickt Shopify vollautomatisch den Download-Link. Du musst keinen Finger rühren.
  • Schritt 6 – Den Turbo für Google einschalten (Blog): Nutze die integrierte Blog-Funktion für SEO-Artikel. Jeder hilfreiche Beitrag, den du schreibst, ist eine Einladung an Google, kostenlose Besucher direkt in deinen Shop zu schicken.

Mein Tipp für dich: Überlege nicht zu lange. Der Aufbau eines Shops ist ein Prozess. Mit der Testphase hast du die Freiheit, ohne finanzielles Risiko zu experimentieren.

Etsy und Shopify gleichzeitig: Die Kombistrategie

Viele Frauen fragen mich: „Muss ich mich entscheiden oder kann ich einfach beides nutzen?“ Die Antwort lautet: Ja, absolut! Es ist sogar eine der cleversten Strategien, um das Beste aus beiden Welten zu vereinen.

Die Strategie: Akquise vs. Kundenbindung

In diesem Modell betrachtest du die beiden Plattformen nicht als Konkurrenten, sondern als Partner mit unterschiedlichen Aufgaben:

  • Etsy als „Angel“ (Akquise-Kanal): Du nutzt den riesigen Marketplace-Traffic von Etsy, um neue Käuferinnen anzuziehen, die dich sonst nie gefunden hätten. Etsy ist hier dein Schaufenster zur Welt.
  • Kasuwa als „lokale Ergänzung“: Da ich selbst auch Kasuwa nutze, kann ich dir sagen: Es ist eine tolle, deutsche Alternative. Der Traffic ist spezifischer und die Konkurrenz oft geringer als auf dem überlaufenen US-Marktplatz Etsy. Es ist ein schöner Zusatzkanal, der fast keinen Mehraufwand bedeutet, wenn die Produkte einmal erstellt sind.
  • Shopify als „Heimat“ (Brand-Building): Dein eigener Shop ist der Ort, an dem die echte Kundenbindung stattfindet. Hier landen die treuen Fans, hier wächst deine E-Mail-Liste und hier behältst du die volle Marge.

Ein wichtiger Hinweis zu den Regeln

Etsy möchte seine Kunden natürlich behalten. Daher gibt es klare Richtlinien: Das direkte „Abwerben“ (z. B. durch aggressives Auffordern, den Kauf auf Etsy abzubrechen und stattdessen im eigenen Shop zu kaufen) verstößt gegen die Nutzungsbedingungen und führt zur Sperrung des Shops!

Fazit: Die beste Plattform ist die, auf der du startest

Etsy oder Shopify – das ist keine Frage von Richtig oder Falsch. Es ist eine Frage davon, wo du gerade stehst und wie groß du denkst.

  • Wähle Etsy*, wenn du noch ganz am Anfang stehst, dein Produkt erst einmal testen willst und kein Marketing-Budget hast. Es ist risikolos, schnell und die beste Schule, die du dir vorstellen kannst.
  • Wähle Shopify*, wenn du weißt, was du verkaufst, eine echte Marke aufbauen willst und dir langfristige Unabhängigkeit sowie die volle Kontrolle über deine Kundendaten heilig sind.

Ich habe diesen Weg selbst beschritten und würde die Entscheidung für Shopify jederzeit wieder so treffen. Ich kenne keine einzige Unternehmerin, die den Schritt zum eigenen Shop bereut hat, sobald die ersten Umsätze flossen.

Egal für was du dich entscheidest: Das Wichtigste ist, dass du heute den ersten Schritt machst.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen